Medienberichte über den Putsch in Bolivien: Ein Lehrstück für Meinungsmanipulation

Gestern, am 10. November 2019 kündigte der aus der Präsidentschaftswahl siegreich hervorgegangene Präsident Evo Morales seinen Rücktritt an. Wer die Berichterstattung in den lateinamerikanischen und mitteleuropäischen Medien vergleicht, reibt sich die Augen.

Die offizielle Version der Geschehnisse, so wie sie uns unsere „Qualitäts“-Medien erzählen, lautet wie folgt: In der „umstrittenen“ Wiederwahl von Evo Morales zum Präsidenten wurden von der Opposition zahlreiche Unregelmäßigkeiten moniert. „Die Menschen“ gingen gegen Evo Morales und seine Wiederwahl auf die Straße und protestierten. Daraufhin ließ er die Stimmauszählungen überprüfen und kündigte eine Wiederwahl an. Doch das genügte der Bevölkerung nicht. Nachdem sich Armee und Polizei ihm die Unterstützung versagten, erklärten einige seiner Minister und schließlich er selbst und sein Stellvertreter den Rücktritt.

Kein Wort davon, dass der Oppositionsführer Carlos Mesa bereits vor Beginn der Wahlen ankündigte, ein Ergebnis zugunsten von Evo Morales nicht anerkennen zu wollen.

Kein Wort davon, dass Evo Morales bereits Wochen vor der Wahl vor einem Putschversuch gewarnt hat.

Kein Wort davon, dass es riesige Kundgebungen im ganzen Land für Evo Morales gegeben hat.

Kein Wort davon, dass kleine bewaffnete Gruppen seit Beginn der Wahlen die Landbevölkerung terrorisierten, Häuser anzündeten (darunter auch das der Schwester von Evo Morales) und Wahllokale niederbrannten.

In seiner Eklärung des Rücktritts gab Evo Morales ganz klar als Grund diese Terrorakte an.

Die Behauptung, dass der Großteil der Bevölkerung auf die Straße ging gegen Evo Morales protestierte, lässt sich anhand der Berichterstattung der lateinamerikanischen Presse nicht belegen.

Wieder einmal wird uns von unseren durch uns zwangsfinanzierten Medien eine Lügengeschichte als Wahrheit präsentiert.

Dass hier Militär und Sicherheitskräfte einen gewählten Präsidenten durch Erpressung und Androhung von Gewalt zum Rücktritt zwangen, ist keine Meldung wert. Auch nicht, dass an den Provokationen der Opposition die Heilig-Kreuz-Bewegung beteiligt war, eine bolivianische rassistische Organisation, vergleichbar dem KuKlux-Klan in den USA, die eine hohe Gewaltbereitschaft aufweisen.

Wer andere Meinungen hören und lesen möchte als unsere Mainstreampresse anbietet, dem seien hier zwei Beiträge empfohlen:

Ein Artikel von Amerika21

Ein Youtube-Beitrag der Nachdenkseiten

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